Holzkatzen (Hästräger)

Das Thema Hästräger beschäftigte schon viele Mitglieder des RCV, das erkennt man spätestens wenn man in den Schätzen des Vereinsheims stöbert und dabei auf einen ersten Versuch einer Maske stößt. Bisher verlief sich die Idee aber leider immer Sand. Als aber am 15.01.2011 eine Abordnung des RCV den Neresheimer Hofball besuchte und dort auch die Tanzhexen im Programm sah, wurde die Idee wieder zum Leben erweckt.

Jetzt da klar war, dass man mit dem Vorhaben nicht allein da stand, war der Entschluss, die Zügel gemeinsam für die kommende Saison in die Hand zu nehmen, schnell gefasst. Nur wenige Woche später fand man sich im Katzenstadl wieder. Eine Figur musste man nicht lange suchen, denn:

„Nicht umsonst werden die Reichenbacher noch heute „Holzkatzen“

genannt, denn seit eh und je suchten viele Männer im Dorf ihren Broterwerb durch die Holzhauerei auf den waldigen Bergen des Bohler und der Winterhalde. Meist waren es Bauern oder Bauersöhne, die in der elterlichen Landwirtschaft kein Auskommen hatten oder zumindest ihren kargen Einnahmen aufzubessern suchten.

Um als Holzhauer eingestellt zu werden, ging man zum Förster. Dieser fragte: „Kannst du sägen?“ Sagte man: „Ja“, so war man eingestellt für einen Arbeitslohn von 35 Pfennig in der Stunde. Gearbeitet wurde im Sommer von morgens 7 Uhr bis 6 Uhr abends. Dazu kam noch der lange Fußweg in den Wald und zurück, so dass der ganze Arbeitstag etwa 12 Stunden dauerte. … Es lässt sich leicht denken, wie viele Arbeitskräfte damals in den Wäldern gebraucht wurden, als es noch keine Motorsägen gab und alles von Hand gemacht werden musste.“
(Quelle: „Westhausen in alten Ansichten“, von Heini Brüstle, Abschnitt 22)

Und so machten wir uns auf die Suche nach einem Maskenschnitzer. Mit Markus Thor aus Killingen hatten wir nicht nur einen Maskenschnitzer, sondern auch einen passionierten Hobbyvolkskundler, der uns beibrachte, dass es nicht nur damit getan ist, eine Maske aufzusetzen, sondern es vielmehr gilt, Regel, Traditionen und Bräuche zu leben.

Den Körper eines Holzfällers, den Kopf einer Katze – so stellten wir uns eine Holzkatz vor.

Und so stellt unser Häs heute ein Zwitterwesen dar. Um in die Gruppe aufgenommen zu werden, muss jeder erst zur echten, ganzen Holzkatz gemacht werden. Das geschieht am Freitag nach Heilig Drei König. An diesem Tag werden auch die Masken der „alten“ Holzkatzen abgestaubt. Ein echtes Spektakel.